Was ist nötig, damit ein Mann nach 30 Jahren aus seinen Patinen steigt? Ein paar Michelin-Schuhe. Wir unterhalten uns mit dem Zweisterne-Koch Claude Bosi über Mut und Teamgeist, über Bibendum und Michelin. Über Magie, Farbe und Licht. Und natürlich über Schuhe.

Das Leben von Claude Bosi ist untrennbar verbunden mit Michelin. Als Franzose kennt Claude Bosi natürlich Michelin von klein auf als Reifenspezialist, Kartenhersteller und Gastronomiekenner. Doch als er sich für eine Karriere in der Küche entscheidet, zunächst in Frankreich und später in England, wird die Verbindung noch enger, denn die Michelin-Sterne fliegen ihm um die Ohren. Seine beiden Hibiscus-Restaurants in England heimsen im Nu je zwei Sterne ein. Und seit 2016 führt Bosi Bibendum**, das inzwischen auch zwei Sterne vorweisen kann. Das Restaurant trägt den Namen des nur allzu gut bekannten Michelin-Männchens. Und wo findet man dieses Restaurant? Genau, in der ehemaligen Hauptniederlassung von Michelin in London, Großbritannien.

Magischer Ort
Bosi: "Das Gebäude ist ein magischer Ort. Sobald ich das Restau rant betrete, fühle ich mich wie zu Hause." Es wurde 1911 im Art-Déco- und Art-Nouveau-Stil erbaut und hat somit eine ikonische Ausstrahlung. Früher war es ein Büro, ein Lager für über 30.000 Reifen und eine Werkstatt, wo man die Reifen sofort wechseln lassen konnte. Heute befindet sich im Erdgeschoss die Austernbar, und oben ist das mittags und abends geöffnete Restaurant. Das Gebäude verfügt über drei riesige Bleiglasfenster mit dem Michelin-Männchen. "Im Stundentakt ändern sich die Farben im Restaurant, da von drei Seiten die Sonne hereinscheint. Diese Atmosphäre zieht mich immer wieder in ihren Bann."

Ideale Partnerschaft
Als Reifenspezialist weiß Michelin alles über Straßenhaftung. Dieses Know-how wird nun auch bei der Entwicklung von Schuhsohlen für Outdoor-Sportler eingesetzt. Logisch also, dass sich Chaud Devant bei Michelin meldet, um einen Schuh für die Küche zu entwickeln. Eine ideale Partnerschaft, denn Michelin ist ebenfalls seit eh und je in der Gastronomie zu Hause. Das Ergebnis: der GT1pro Magister bzw. der Michelin-Schuh. Erhältlich als hohes und niedriges Modell in Braun und Schwarz. Und übrigens: Es gibt eine Special Edition in Rot - nur für Drei-Sterne-Köche.

Wer könnte als Botschafter der Michelin-Schuhe besser geeignet sein als Claude Bosi? Bei unserem Gespräch interessiert uns natürlich als Erstes, wie ihm die Schuhe gefallen. "Sie sind sehr bequem. Das kann man sich vielleicht nicht vorstellen, aber ich habe in den letzten 30 Jahren traditionelle französische Pantinen getragen. Robust, schwarz, Kunststoff, speziell für die Profi küche konzipiert. Ich dachte nicht daran, andere zu tragen. Sie passten prima. Aber das Timing war genial, denn die Sohle riss ein, und ich musste neue Schuhe kaufen. In diesem Moment stieß ich auf die Michelin-Schuhe. Ich hatte nicht erwartet, dass sie so bequem sind, weil ich immer ein bisschen befürchtete, dass normale Schuhe zu flach sein würden. Aber diese sitzen echt wahnsinnig gut. Kein Vergleich zu dem, was ich bis jetzt für die Küche gesehen habe. Die Schuhhöhe ist perfekt, und die Sohle bietet einen guten Halt. Superqualität. Ich trage sie jeden Tag." Dann fügt Bosi noch hinzu: "Ich sage das übrigens nicht, weil ich Botschafter bin. Ich sage es auch nicht, weil ich Michelin-Fan bin. Ich sage das als Chefkoch, als Mensch, der jeden Tag höchste Qualität will."

Mutiges Team
Und was er liefert, ist Qualität. Das Restaurant Bibendum gibt es bereits seit 30 Jahren. In all den Jahren gab es keinen Michelin-Stern. Bis Bosi die Küche betritt. Gleich in seinem ersten Jahr verhilft er dem Restaurant zu zwei Sternen. "Michelin bedeutet für mich Qualität. Es ist fantastisch, wenn das registriert wird und man dafür belohnt wird. Und für das Geschäft ist es auch ein Volltreffer. Obwohl ich mir immer vorhalte, wofür ich das alles mache: den Gast glücklich machen mit dem, was wir servieren." Sterne verdient man als Team. "Bedienung und Küche bilden ein Team. Wenn man mit 17 Mann in der Küche arbeitet, ist das jeden Tag eine Herausforderung." Wie sorgt man dafür, dass es funktioniert? "Es geht darum, dass man den Mut hat, um Hilfe zu bitten. Wenn etwas schiefgeht, ist das keine Katastrophe. Denn was du nicht weißt, weiß ein anderer. Oder wenn deine Abteilung grade nicht so gut funktioniert, kann eine andere das ausgleichen. Ich will mutige Menschen in meinem Team. Denn nur wenn man um Hilfe bittet, kommt man weiter. Wenn man sich als Person weiterentwickelt, entwickelt sich das ganze Team weiter."


Claude Bosi at Bibendum**
Michelin House, 81 Fulham Road, Chelsea London, Vereinigtes Königreich
www.bibendum.co.uk